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Indira Quartet - do

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Artikelnummer: CD 36 • Jahr: 2017

Fauzia Maria Beg- Vocals, Percussion, Uwe Kühner- Drums, Percussion, Waterphone, Water Spring Bowl, Udu, Hang, Frank Kroll- Sopransaxophon, Bassklarinette, Fried Dähn-Electric Cello

Titel:

  1. Reflection
  2. Alhambra
  3. Thoughts of Tagore
  4. Gone too Soon
  5. Samba Joao
  6. TeReKeTaThun
  7. Bombay Express Blues
  8. Balkan Breeze
  9. Ocean Breeze

Indira quartet: do

Als der Trompeter Dizzy Gillespie 1988 seine Bigband „United Nation Orchestra“ nannte, distanzierte er sich von einem Konzept der Vereinten Nationen, also eines Gremiums von Staaten, Er wollte mit dem Namen betonen, dass es auf Erden nur eine Nation gibt: die Menschheit. Warum mir ausgerechnet diese Anmerkung aus einem Interview mit ihm einfällt, wenn ich „Do“ des Indira Quartet höre? Weil in dieser Musik diese Utopie ein Stück weit Realität geworden ist. Sie vereint Instrumente und Klänge aus aller Welt, unter anderem aus Südamerika, Asien, Afrika, Nordamerika, Mitteleuropa, aus dem Mittelmeerraum, aus dem arabischen und orientalischen Kulturraum und aus Skandinavien. Das entspricht den 2010er Jahren.

So weit war die musikalische Entwicklung in den 1980ern noch nicht. Damals mühten sich Musiker im europäisch-amerikanischen Kulturraum noch, ihre eigenen Traditionslinien mit Elementen einer einzigen Regionalkultur zur vereinen – seien es mit Rhythmen, Melodien und Tonsysteme aus Indien, Indonesien, Südamerika, verschiedenen Regionen Afrikas oder der norwegischen Samen. Damit es keine Missverständnisse gibt: Diese frühen Ansätze zählen zum Schatz der Musikgeschichte.

Inzwischen ist die Entwicklung weiter. In den 2010er-Jahren ist es kaum einer Erwähnung wert, wenn in einer Großstadt Menschen leben, die in weit über hundert Staaten geboren wurden. Das spiegelt sich auch im urbanen Lebensstil: Vieles ist so selbstverständlich fusioniert, wie man die Gerichte der griechischen, vietnamesischen, indischen, chinesischen, mexikanischen, italienischen, französischen, schwäbischen, bayrischen oder friesischen Küche genießt. Oder Küchenkreationen zu sich nimmt, die sich keiner Region zuordnen lassen, weil sich in ihnen kulinarische Einflüsse aus aller Welt vereinen. Auf musikalischer Ebene praktiziert das Indira Quartet Ähnliches. In den neun Stücken des Albums „Do“ verschmelzen Avantgarderock und Minimalmusik, indische und südamerikanische Rhythmen, Gongs und Elektro-Cello, Afrikanisches und Europäisches, Jazz und Neue Musik, Lyrik und Percussions-Silbenscatt, einfachste Instrumente und Elektronik, Tanzschellen, das Melodie- Percussionsinstrument Hang und vieles andere mehr.

In der Musik des Indira Quartet begegnen sich keine Kulturen, indem eine grundlegende Stilistik dominieren und zusätzliche Elemente als Zutaten integrieren würde. Sie ist wesentlich näher an der Utopie, die Dizzy Gillespie mit der Namensgebung seiner Bigband andeuten wollte. Beim Indira Quartet spielt eine in sich stimmige, von weltweiten Einflüssen geprägte Variante des Klangs der United Nation der Menschheit.

Werner Stiefele

Journalist

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